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Latenz messen und ausgleichen
Warum neue Spuren ohne Ausgleich zu spät sitzen und wie du das einmalig behebst.
Kurz gesagt Latenz ist die Verzögerung, die Ton auf dem Weg durch den Computer braucht. Klicke im Studio einmal auf „Messen“: Es werden 8 kurze Klicks abgespielt und wieder aufgenommen. Um den gemessenen Wert verschiebt das Studio danach jede Aufnahme automatisch nach vorne.
Was ist Latenz?
Bis ein Ton aus dem Kopfhörer kommt, vergehen einige Millisekunden. Bis dein Mikrofonsignal im Computer ankommt, vergehen noch einmal einige. Du spielst also zu einem Playback, das du verspätet hörst, und deine Aufnahme kommt verspätet an. Ohne Ausgleich landet jeder Overdub um die Summe beider Verzögerungen zu spät auf der Zeitleiste.
Wie groß der Wert ist, hängt von Gerät, Treiber und Browser ab. Üblich sind Werte zwischen etwa 10 und gut 100 Millisekunden. Schon 20 Millisekunden hört man bei rhythmischem Material als „schleppend“.
Wie messe ich die Latenz?
- Mit dem Gerät messen, über das du beim Einspielen hörst. Lass die Kopfhörer eingesteckt und halte eine Ohrmuschel direkt ans Mikrofon. Oder stelle die Lautsprecher auf mittlere Lautstärke.
- Auf „Messen“ klicken und die Messung starten.
- Kurz still sein. Das Studio spielt 8 Klicks ab, das dauert etwa 5 Sekunden.
- Fertig. Der Wert steht im Feld „Latenzausgleich“ und ist als „gemessen“ markiert. Er wird gespeichert.
Am genauesten wird die Messung mit einem Audio-Interface, wenn du einen Ausgang per Kabel direkt in einen Eingang steckst.
Wann muss ich neu messen?
Immer wenn sich der Signalweg ändert: anderer Kopfhörer oder Lautsprecher, anderes Audio-Interface, anderes Mikrofon oder ein anderer Browser. Die Messung gilt für die Kombination, mit der du gemessen hast.
Was bedeuten „Auto“, „gemessen“ und „manuell“?
| Modus | Bedeutung |
|---|---|
| Auto (geschätzt) | Der Wert stammt aus den Angaben des Browsers. Er ist meistens zu niedrig, Overdubs sitzen dann etwas zu spät. |
| Gemessen | Der Wert stammt aus der Klick-Messung. Das ist die empfohlene Einstellung. |
| Manuell | Du hast die Zahl selbst eingetragen, etwa zum Feinjustieren nach Gehör. |
Kann ich ältere Aufnahmen nachträglich korrigieren?
Ja. Jeder Clip merkt sich, mit welchem Latenzwert er aufgenommen wurde. Wenn du später neu misst, bietet das Studio an, die vorhandenen Aufnahmen auf den neuen Wert zu korrigieren. Einzelne Clips schiebst du mit den Pfeiltasten um 1 Millisekunde, mit gedrückter Umschalttaste um 10 Millisekunden.
Häufige Fragen
Warum eignen sich Bluetooth-Kopfhörer nicht zum Einspielen?
Bluetooth verzögert den Ton sehr stark, oft um mehr als 100 Millisekunden, und die Verzögerung schwankt. Ein schwankender Wert lässt sich nicht zuverlässig ausgleichen. Nimm zum Einspielen Kopfhörer mit Kabel.
Die Messung schlägt fehl, was kann ich tun?
Das Mikrofon muss die Klicks deutlich hören. Halte den Kopfhörer näher ans Mikrofon oder dreh die Lautstärke etwas auf, und vermeide Nebengeräusche während der Messung. Prüfe außerdem, ob der richtige Eingang gewählt ist.
Höre ich mich selbst beim Aufnehmen verzögert?
Das Studio spielt dein Eingangssignal nicht über den Kopfhörer zurück. Wenn du dich selbst hören möchtest, nutze das direkte Mithören („Direct Monitoring“) deines Audio-Interfaces oder zieh eine Ohrmuschel leicht zur Seite.